Das dokumentarische Projekt „Wahrhaftigkeiten“ beschäftigt sich mit den Lebensrealitäten von Familien und der Frage, "was sind die gesellschaftlich anerkannten Normen dafür, wie "Familie" zu sein hat?" – und inwiefern strukturelle Bedingungen diese Vorstellungen überhaupt unterstützen oder ihnen entgegenwirken. Im Zentrum stehen Fragen von Care-Arbeit, mentaler Belastung und sozialer Teilhabe. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass familiäre Lebensrealitäten häufig vereinfacht dargestellt und komplexe Zusammenhänge nicht deutlich gemacht werden.
Die fotografischen Arbeiten zeigen Momente aus der Bandbreite menschlichen Erlebens. Dabei geht es nicht um idealisierte oder inszenierte Darstellungen, sondern um eine Annäherung an das, was im gesellschaftlichen Raum außerhalb des geschützten Rahmens von Familie oft unausgesprochen bleibt und darum, Unsichtbares sichtbar zu machen.
Das Projekt versteht sich als Beitrag zu einer differenzierteren Wahrnehmung von Familie und als Impulsgeberin für eine stärkere gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Fragen von Individualität, (Un)Gleichheit und Verantwortung.